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Das Camp in Dennekraal

Geschrieben am 05.04.2016

Vier Duschen für 25 Personen? Kein Problem. Zumindest nicht in dem Haus, in dem die männlichen Mitglieder der Reisegruppe der NAK Mitteldeutschland untergebracht sind. Aber einmal im Ernst, über das Recreation Centre der NAK Cape in Dennekraal, so der offizielle Name unserer Unterbringung, wird sich am Ende der Reise keiner beschweren. Denn wir hatten hier eine sehr gute Zeit. Und so sah ein typischer Tag in der Herberge der Gebietskirche Cape aus:
Es ist noch nicht richtig hell als die ersten Schritte und Gespräche von den Gängen in die Zimmer dringen. Das hört man sehr gut, denn die Türen und Zwischenwände aus Pressspan sind extrem dünn. Am Frühstücksbuffet gibt es Instantkaffee und frittiertes Hühnchen und Gelegenheit für erste Gespräche. Obst und Gemüse sind meistens schnell vergriffen. Wenn dann auch der letzte im Speisesaal eingetroffen ist, folgt das Morgengebet. Eine gute Gelegenheit in die Herzen der Jugendlichen zu blicken, denn jeden Tag ist jemand anderes mit Beten an der Reihe.
Nach dem Frühstück schnell zum Parkplatz, der Tagesausflug steht an. Ein freundlicher Mann sitzt in einem Häuschen und lässt die Schranke hoch. Unser Bus fährt hinaus nach Kapstadt, vorbei am Emblem der NAK und an den Fahnenmästen, an denen die südafrikanische und die deutsche Flagge wehen. Meistens kehren wir erst am Abend ins Camp zurück. Dann geht es direkt wieder in den Speisesaal, wo das Abendgebet gesprochen wird. Und dann ist noch Zeit, um die Vorzüge des Camps zu genießen. Zum Beispiel den Pool, der zwischen den Schlafhäusern liegt und praktisch täglich genutzt wird. Und Kickern oder Billard, ein südafrikanischer Nationalsport, wie wir erfahren. Auch an der Feuerstelle verbringen wir manchen Abend und singen gemeinsam.
Wenn immer wir im Camp ein Problem haben oder es an etwas fehlt, gibt es einen Mann, der die Lösung hat. Michael hat im Camp das Sagen und steht uns die ganze Zeit zur Seite. Seinen Namen brauchen wir uns übrigens nicht zu merken. Denn schon bei der Anreise erklärt man uns, dass Michael von allen üblicherweise „Papa“ genannt wird, eine Tradition, der wir uns vorbehaltlos anschließen. In der Küche hat Elizabeth das Kommando. Es ist nur konsequent, dass wir sie Mama nennen. Zusammen mit drei weiteren Köchinnen ist sie für die Rundumversorgung der Gäste verantwortlich. Und die hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich – am Ende der Woche werden alle Mitglieder der Reisegruppe ein wenig zugelegt haben. Denn die südafrikanische Küche erweist sich nicht gerade als kalorienarm. Deftiges Frühstück mit Rührei, Bohnen und Würstchen – vor allem aber die große Liebe der Südafrikaner zu frittierten Speisen, werden manchen Diätversessenen zum Verhängnis. Auch Fleisch gehört zu jedem Essen dazu. Bradley, einer unserer südafrikanischen Freunde, der für die Zeit unseres Besuches gemeinsam mit uns im Camp lebt, erklärt, dass Fleisch aufgrund seines hohen Preises für viele Südafrikaner durchaus eine Rarität ist. Es tut gut wieder einmal daran erinnert zu werden, dass nichts selbstverständlich ist.
Zu den wenigen Tücken im Camp zählt der Internetzugang. Für 50 Leute, die sich gleichzeitig im W-Lan anmelden wollen, ist die Anlage in Dennekraal einfach nicht ausgelegt. Videos und Bilder nach Hause zu schicken ist so unmöglich. Aber auch dafür findet Papa eine Lösung, indem er mehr Datenvolumen kauft und der Zugang zum Internet reglementiert wird. Dafür wird das Conference Center zum Internetcafé umgewandelt, ein Ort, an dem normalerweise Besprechungen zwischen dem Stammapostel und den Apostel stattfinden. Jeder, der ins Internet möchte, tut dies fortan hier, weil sich Router hier befindet. Das führt dazu, dass das Konferenzzentrum zu einem allabendlich sehr beliebten Domizil wird, in dem Jugendliche mit ihren Smartphones und Tabletts sitzen, um Nachrichten an die Heimat abzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Ort ist die Kirche, die sich auf dem Gelände befindet. Hier erleben wir am Sonntag einen sehr emotionalen Abschlussgottesdienst mit Hirte Gavin Van Der Hoven. Der folgende Abschied ist tränenreich. Denn wir verlassen extrem warmherzige Gastgeber, die uns unsere Wünsche von den Augen abgelesen haben und eine Woche lang rund um die Uhr für uns dagewesen sind. Vom Bus aus blicken wir auf das malerische Camp mit den vielen Grünflächen und den Backsteinhäusern zurück, erhaschen einen letzten Blick auf den Tafelberg, den man von unserer Unterkunft aus gut sehen konnte und sind uns alle einige: wir werden uns gern an diese Zeit zurückerinnern.

Kommentare

Heike M. | am 6. April 2016 um 14:48 Uhr

Hirte van der Hoven begrüßte mich letztes Jahr in Wernigerode. Dabei transportierte er so viel Freude rüber – unbeschreiblich. Schön wieder Fotos von ihm zu sehen… :-)

Patience | am 10. August 2016 um 20:37 Uhr

Absolutely first rate and cootdr-bpptomee, gentlemen!

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